Was nun?

So es ist jetzt schon über ein halbes Jahr her, dass ich wieder in Deutschland gelandet bin. Ich habe auch echt lange gebraucht, um alles zu realisieren und zu verdauen.

Meine Rückkehr fiel mir viel schwerer als ich am Anfang gedacht hatte. Ich habe schnell realisiert, dass ich mich sehr verändert hatte, aber für mich Siegen stehengeblieben war. Damit muss man erstmal klarkommen. Klarkommen damit, dass man nun wieder in Deutschland ist und auf jeden Fall ist klar, dass es den  „Kulturshock“ auch bei der Rückkehr gibt. Viele Dinge, auf die ich mich das ganze Jahr gefreut hatte (Brötchen, Käse, kalte Temperaturen), waren im Endeffekt nicht so berauschend wie man sich das das ganze Jahr lang vorgestellt hatte. Es wurde schnell klar, dass der bolivianische Abschied mir viel schwerer gefallen ist als der deutsche vor einem Jahr. Ich wusste von Anfang an, dass ich meine Freunde und Familie wiedersehen würde, aber wann ich mal wieder nach Bolivien fliegen kann, steht noch in den Sternen.

Viel dazu möchte ich auch nicht mehr erzählen. Ich kann es nur immer wieder empfehlen, was ich gemacht habe und wer Fragen hat dem stehe ich gerne zur Verfügung!

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Deutschland

Am Mittwoch bin ich gut wieder in Deutschland. Erst jetzt kann ich wirklich realisieren, wie unglaublich dieses Jahr war und was ich alles gelernt habe. Ich kann nur wirklich jeden empfehlen, irgendwann mal so ein Jahr im Ausland zumachen. Egal wie schlecht es mir zwischendurch mal ging, am Schluss überwiegt fast immer das Positive. Ich habe viele gute Freunde kennengelernt, eine neue Sprach gelernt und hoffentlich wenigstens auch ein wenig sinnvolle Arbeit geleistet und damit das Leben einiger Kinder verschönert.

Auf diese Weise hier möchte ich mich nochmals bei allen bedanken, die dieses Jahr hier ermöglicht haben, vor allem auch bei meinen Eltern und bei denjenigen die meinen Blog aufmerksam verfolgt haben.

Für mich begingt bald dann auch der Ernst des Lebens. Mal schauen, wie das wird.

Meine Abschlussreise

Zum Abschluss hatte ich gut zwei Wochen Zeit nochmal ein wenig zu reisen. Am Anfang ging es nach La Paz, wo wir mit dem Fahrrad die „Death Road“ runtergefahren sind. Die „Death Road“ galt früher als die gefährlichste Straße der Welt, wird jetzt aber nur noch für den Tourismus benutzt.

Von La Paz aus ging es weiter zum Titicacasee und die Isla del Sol, wo auch Freiwillige leben. Dort sind wir ein wenig auf den Spuren der Inca gewandert.

Auf den Spuren der Inca ging es dann auch weiter über die Grenze Richtung Peru. Von Cusco aus haben wir eine Tour zur Incastadt „Machu Picchu“ gemacht.

Von da aus ging es dann wieder La Paz zurück in Richtung Santa Cruz. In einem kleinen Ort zwei Stunden von Santa Cruz entfernt namens Samaipata begann das letzte Kapitel unserer Reise. Hier sind wir ein paar Tage unteranderm im Regenwald wandern gewesen.

Jetzt beginnt für mich wirklich die letzte Woche in Bolivien, da es am 26.7 schon wieder nach Hause geht.

 

 

Wie lange bist du denn noch in Camiri? -Bis Sonntag…

Diese Woche stand unter dem Motto Abschied!

Am Dienstag habe ich mich von meiner Schule für beeinträchtigte Kinder verabschiedet. Diese Woche fiel nachmittags der Unterricht aus, da die Schule als Unterkunft für Kinder eines Sportwettbewerbs verwendet wurde, deshalb waren nur die Lehrer anwesend. Für diese habe ich einen Pfirsichstreuselkuchen gebacken und wir saßen zusammen in der Küche.

Am Donnerstag musste ich mich dann auch von meinem Kindergarten verabschieden. Hier gab es diesmal Apfelstreuselkuchen 🙂

Viele der anwesenden Lehrer habe noch kurz etwas über mich erzählt und mir dafür gedankt, dass ich hier war. Das hat den Abschied für mich noch schwerer gemacht, als er schon vorher war.

Am Freitag habe ich nochmal kurz eine meiner ehemaligen Schulen besucht und mich auch dort endgültig zu verabschieden.

Jetzt am Wochenende werde ich mich noch von meinen Freunden hier in Camiri verabschieden müssen. Es war eine unglaublich schöne Zeit hier mit ihnen und ich werde sie vermissen.

Am Sonntag startet dann meine letzte größere Reise nach La Paz, zum Titicacasee und nach Macchu Pichu.

Danach geht es aber dann auch endlich nach Hause!

Niño Jesus

Letzte Woche hatte ich das Vergnügen mir eine private Schule in Camiri anzusehen. Diese Schule und auch der dazugehörige Kindergarten wird von Nonnen betrieben und zählt zu den teuersten Schulen Camiris. Die Schulgebühr beträgt hier zwischen 200-350 Bolis also ungefähr 25-45€ pro Monat. Dieselben Nonnen betreiben auch das Waisenhaus in Camiri.

Für einen Tag habe ich hier im Kindergarten ausgeholfen. Schon beim Betreten der Schule sind mir erste Unterschiede aufgefallen. Wirklich fast alle Lehrer und Schüler trugen Uniformen und kamen pünktlich. Das ganze Schulgebäude ist moderner ausgestattet und es lag kaum Müll auf dem Gelände herum.

Wenn man die Schulen, die ich bisher hier gesehen habe, miteinander vergleicht, fallen einem doch leider große Unterschiede auf. Meiner Einschätzung nach bestimmt hier Geld den Grad der Bildung, was leider sehr traurig ist.

 

Ein kleiner Einblick…

Seit ungefähr drei Wochen arbeite ich jetzt nachmittags in der Gruppe mit Kindern mit Down-Syndrom.

Anfangs war ich ein wenig nervös. Doch die Nervosität verschwand relativ schnell, da die Kinder einen direkt in ihr Herz geschlossen haben. Sie kommen fast immer direkt auf einen zu gerannt, wenn man die Schule betritt.

Bis zur Pause machen individuelle Aufgaben mit den Kindern. Die Gruppe besteht meistens aus ungefähr fünf Kindern. Die meisten von ihnen besuchen keine andere Schule, deswegen versuchen wir mit ihnen Aufgaben zu Zahlen und Buchstaben zumachen. Manche Kinder schaffen es- manche aber auch nicht. Nach der Pause geht es entweder mit den Aufgaben weiter oder wir spielen draußen mit ihnen (Basketball oder Fußball sind sehr beliebt).

So langsam macht es mich auch traurig, dass ich nur noch bis Juli arbeiten muss, da ich mich echt an alle Kinder sehr gewöhnt habe und ich sie vermissen werde! Obwohl ich mich auch schon sehr auf Zuhause freue.

Der x-te Feiertag

Am 06.06 wird in Bolivien der Tag des Lehrers gefeiert, deswegen ist in ganz Bolivien schulfrei! Da dieser Tag aber natürlich auch gefeiert werden muss, haben wir das heute gemacht. Viele verschiedene Kindergartengruppen haben Tänze zur Ehren der Lehrerinnen aufgeführt. Zusätzlich bekamen die Lehrerinnen Geschenke von ihren Schülern. Nachdem die Kinder von ihren Eltern abgeholt wurden, gab es ein leckeres Mittagessen für die Lehrerinnen. Zur Abwechslung gab es noch einmal Reis mit Hühnchen und Mais-Kartoffel Salat. Zum Abschluss bekam jeder ein Stück Torte.

In Bolivien lässt man sich keinen Feiertag entgehen. Wenn dieser jedoch auf ein Wochenende fällt, wird er natürlich in der Woche nachgeholt. Für mich jedoch ist es immer eine schöne Erfahrung bei solch einem Ereignis dabei zu sein. Viele bekommen Geschenke und leckeres Essen und man feiert mit allen zusammen!

Für mich beginnt hier in Bolivien die vorletzte Phase meines Abenteuers. Bis Anfang Juli muss ich noch arbeiten, bevor ich nochmal Zeit zum Reisen habe und es dann schon nach Hause geht.

Mai 2016

Im Mai ist hier einiges passiert. Erstmal konnte ich endlich meinen Sprachkurs für mein DELE-Zertifikat abschließen. Bevor es jedoch für die Prüfung nach Santa Cruz ging, haben wir einen kleinen Ausflug nach Cochabamba (ungefähr 630000 Einwohner und damit die viert größte Stadt Boliviens) gemacht. Eine sehr schöne Stadt in Bolivien. Dort haben wir die zweitgrößte Christus-Statue der Welt besucht (die größte liegt übrigens in Polen und Rio belegt nur Platz drei). Danach haben wir lecker gegessen und uns die Plaza angesehen. Danach ging es dann (endlich!) nach Santa Cruz, wo am Samstag 21.5. unsere Prüfung stattgefunden hat. Vorher hatten wir aber noch die Zeit uns ein wenig in Santa Cruz umzusehen. Für einen Tag sind wir in ein Einkaufszentrum geflüchtet, das einem deutschen recht ähnlich war. Jedoch war dort gefühlt alles viel zu teuer! Nachmittags waren wir dann noch zusammen Bowling spielen. Samstag hatten wir dann unsere Prüfung, aber die Ergebnisse bekommen wir erst so in drei Monaten.

Am Sonntag ging es dann für mich und eine andere Freiwillige Richtung La Paz, wo dann am Montag unsere „Pampas Tour“ starten sollte. Die nächsten drei Tage haben wir dann im bolivianischen Norden in Beni gewohnt, wo wir in Holzhütten am Fluss schlafen konnten (leider ohne Decken; das war echt kalt!!) und uns die Natur und Tiere dort ansehen konnten. Fast den ganzen ersten Tag haben wir eine Bootstour gemacht, auf der wir Krokodile, Affen und viele verschiedene Vogelarten bestaunen konnten. Abends haben wir uns gemütlich den Sonnenuntergang und Sternenhimmel angesehen. An Tag zwei waren wir auf der Suche nach Anakondas, von denen wir leider nur die übriggebliebene Haut sehen konnten. Am Nachmittag haben die anderen erfolgreich Piranhas mit Holz und Schnur gefangen.  Ein Highlight des Tages waren eindeutig die kleinen Baby-Kaimane, die wir halten durften. Am dritten Tag sind wir früh aufgestanden, um den schönen Sonnenaufgang zu genießen. Danach hatten wir die Chance mit rosa Delfinen (und am Rand liegenden Krokodilen) schwimmen zu gehen. Nachmittags ging es dann leider schon wieder mit dem Boot und Jeep zurück nach Rurrenabaque. Dort haben wir dann noch eine Nacht in einem Zimmer ohne Fenster, da es dort eigentlich immer heiß ist, außer wenn wir da sind, geschlafen.

Von La Paz aus bin ich wieder gut in Sucre angekommen, wo es dann heute Abend wieder Richtung Camiri geht.

Brillen-Projekt

Das Brillen-Projekt, an dem ich letzten Monat teilgenommen habe, hat den Preis des Bayerischen Rundfunks „Gutes Beispiel 2016“ gewonnen. Dankeschön an alle, die abgestimmt haben!

http://www.br.de/radio/bayern2/inhalt/gutes-beispiel/index.html

 

Ich befinde mich im Moment in Sucre und lerne hier für mein Spanisch-Examen. Die Prüfung ist leider auch schon am 21.5 in Santa Cruz. Danach machen wir einen Kurztrip in den Amazons. Ich freue mich schon drauf!